ASB-Hilfsmissionen in Guatemala
Camps Berseve I und II

Eröffnung von Gemeindezentren für Flüchtlinge im Nordirak

Der ASB hat in zwei Flüchtlingslagern im Nordirak Gemeindezentren gebaut. Dort können die Flüchtlinge soziale und rechtliche Beratung in Anspruch nehmen und Kurse belegen, die ihnen helfen, eine Stelle zu finden oder ein eigenes, kleines Unternehmen zu gründen.

Der ASB ist seit mehr als einem Jahr in den norirakischen Flüchtlingslagern Berseve 1 und 2 tätig, verteilt Hilfsgüter an die Familien, unterrichtet die Flüchtlinge in überlebenswichtigen Hygienemaßnahmen und setzt sich für eine nachhaltige Verbesserung der medzinischen Versorgung ein.

Dabei haben die ASB-Mitarbeiter festgestellt, dass die Flüchtlinge nicht nur materielle Versorgung brauchen. Auch die sozialen Bedürfnisse der Familien, die in Berseve Schutz gesucht haben, sollen berücksichtigt werden. Daher hat der ASB in beiden Flüchtlingslagern je ein Gemeindezentrum errichtet. Dort haben die Menschen, die in den Camps leben, die Möglichkeit, kostenlose soziale und rechtliche Beratungen wahrzunehmen.

Einsatz für Frauen mit Gewalterfahrungen

Zudem bietet der ASB in den Gemeindezentren berufsorientierte Grundausbildungen vor allem für Frauen und Jugendliche an. So haben diese beiden Zielgruppen einen deutlich verbesserten Zugang zum Arbeitsmarkt in ihrer neuen Heimat und können zum Überleben ihrer Familien beitragen. Das Projekt richtet sich im Besonderen an Frauen, da diese nicht nur im Laufe ihrer Vertreibung häufig Opfer schwerer Gewalt waren, sondern auch grundsätzlich in einer sehr traditionellen und patriarchischen Gesellschaft benachteiligt sind.

Die Unterstützung von Frauen durch rechtliche und soziale Beratungen, Mediation in familiären Konflikten und berufsorientierte Grundausbildungen werden sie dazu befähigen, besser mit den zahlreichen Schwierigkeiten umzugehen, denen sie in ihren Familien und Gemeinschaften ausgesetzt sind. Darüber hinaus vermitteln die Schulungen, die der ASB anbietet, ihnen Mittel und Fähigkeiten, um unabhängiger und eigenständiger zu werden.

Perspektiven für Jugendliche

Kinder und Jugendliche haben zwar in beiden Flüchtlingslagern in Berseve Zugang zu Schulbildung, allerdings fehlen ihnen Perspektiven nach Beendigung der Schule. Der ASB bietet ihnen daher berufsorientierte Weiterbildungen an, die ihnen helfen, Fähigkeiten zu erwerben, welche wiederum ihre Wettbewerbsfähigkeit auf dem lokalen Arbeitsmarkt und daher ihre Chancen erhöhen, bezahlte Arbeit zu finden und so zum Lebensunterhalt ihrer Familien beizutragen.

Um für alle eine jeweils passende Schulung zu finden, fragt der ASB die Betroffenen vor Aufnahme der Weiterbildungsmaßnahme nach deren Interessen und besonderer Fähigkeiten. Zurzeit werden auf dieser Grundlage Kurse in Computerkenntnissen und Englisch durchgeführt. Weitere Schulungen wie zum Beispiel Friseurhandwerk, Produktion von Süßigkeiten und Nähkurse sind bereits in Planung. Ziel ist es, die Absolventen für den Arbeitsmarkt zu qualifizieren oder ihnen die Gründung eigener Kleinunternehmen zu ermöglichen.

Hintergrund

Projekt: Betrieb von 2 Gemeindezentren in den IDP Camps Berseve I und I
Zuwendungsgeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Projektvolumen: 725.000 EUR
Zielgruppe: Das Projekt richtet sich grundsätzlich an alle Personen, die in den Camps Berseve 1 und 2 leben. Ein besonderer Fokus liegt jedoch auf Frauen und Jugendlichen.
Seit Mitte des Jahres ist die Anzahl der Binnenflüchtlinge in den beiden Camps wie folgt:

Berseve 1:
1.912 Familien = 11.058 Personen (angestrebte Kapazität: 15.000)
4.378 Flüchtlinge sind weiblich, 2.366 dieser sind Frauen älter als 18 Jahre
4.165 der Campbewohner sind unter 18 Jahre alt

Berseve 2:
1.516 Familien = 9.196 Personen (angestrebte Kapazität: 11.000)
4.065 Flüchtlinge sind weiblich, 2.042 dieser sind Frauen älter als 18 Jahre
4.174 der Campbewohner sind unter 18 Jahre alt

Die Gesamtbevölkerung der beiden Camps beläuft sich auf 20.254 Personen (angestrebte Kapazität: 26.000).

Unter diesen befinden sich 4.408 Frauen und schätzungsweise 5.000 Jugendliche zwischen 12 und 25 Jahren. Die Mehrheit der Campeinwohner sind Jesiden (ca. 75 %), gefolgt von Turkmenen und einer kleineren Gruppe muslimischer Kurden.