ASB-Hilfsmissionen in Guatemala
Einsatz in Nicaragua

Sauberes Trinkwasser verhindert Krankheiten

In der Gemeinde Pueblo Nuevo in Nicaragua setzt sich der ASB für eine sichere Trinkwasserversorgung ein.

Die Gemeinde Pueblo Nuevo liegt direkt am Ufer des Flusses Wawashang im gleichnamigen Naturreservat. Pueblo Nuevo ist auf engstem Raum an einen Hang gebaut, der zum Fluss hin steil abfällt. Der Höhenunterschied zwischen dem Fluss und dem oberem Ende des Ortes beträgt rund 100 Meter.

Die einzelnen Grundstücke sind sehr klein, so dass die Bevölkerung die vom Gesundheitsministerium vorgeschriebenen Mindestabstände zwischen Brunnen und Latrine nicht einhalten kann. Infolge dessen ist das Trinkwasser ständig mit fäkalen Keimen verunreinigt. Messungen haben ergeben, dass der Grad der Verunreinigung so hoch ist, dass vor allem Kinder und ältere Menschen durchgängig hohen Gesundheitsgefahren ausgesetzt sind.

Wasser auch außerhalb der Regenzeit

Aktuell leben in der Gemeinde Pueblo Nuevo etwa 250 Familien, von denen nur etwa 30 Prozent einen eigenen Brunnen besitzen. Darüber hinaus führen die Brunnen vielfach nur in der Regenzeit ausreichend Wasser. Der ASB setzt sich für eine sichere Trinkwasserversorgung ein. Seit Januar 2014 baut der ASB mit finanzieller Unterstützung durch das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) Hausanschlüsse für die 250 Haushalte – rund 1.500 Menschen – und nutzt dabei eine Wasserquelle, die zwar rund drei Kilometer außerhalb des Dorfes liegt, die aber trotz technischer Herausforderungen – unter anderem die Überwindung eines Höhenunterschiedes von 200 Metern – sehr gut nutzbar ist.

Bis Ende Dezember 2014 konnten 70 Prozent der Häuser an die Wasserversorgung angeschlossen werden. Die restlichen Häuser wurden bis April 2015 mit Hausanschlüssen versorgt. Ziel ist es, die Zahl der Durchfallerkrankungen und die daraus resultierenden Todesfälle vor allem bei Kindern um mindestens 50 Prozent zu senken.

Gründung von Wasserkomitees hilft bei der Akzeptanz

Vor allem zu Beginn des Projektes kam es zu ungeplanten Verzögerungen, denn die Gemeinde Pueblo Nuevo ist nur über Wasser erreichbar und weit von größeren Städten entfernt, weshalb die Lieferung der Baustoffe eine große Herausforderung darstellte. Auch die Koordination zwischen einer großen Vielfalt von beteiligten Akteuren war eine Herausforderung.

Jedoch stellte es sich schließlich als Vorteil heraus, dass das Projekt von allen Beteiligten – Bürgern, Vertretern der Behörden, Ingenieuren und dem ASB – gemeinsam geplant und durchgeführt wurde. So haben die neuen Wasseranschlüsse eine sehr hohe Akzeptanz in der Bevölkerung. Durch die Gründung des Wasserkomitees ist zudem sichergestellt, dass das neu erworbene Wissen rund um Gesundheit und Wasserversorgung langfristig im Dorf weitergegeben wird. Nicht zuletzt führte der Diskussions- und Planungsprozess dazu, dass die Bürgermeisterei der übergeordneten Gemeinde Laguna de Perlas sich mit etwa 28.000 Euro an den Baukosten beteiligte.