ASB-Hilfsmissionen in Guatemala
Leben retten will geübt sein

Katastrophenschutz in Nicaragua

Katastrophenschutz ist in Deutschland weit verbreitet, ganz anders in Nicaragua. Der ASB bildet Teams aus, die bei Hochwasser und anderen Katastrophen Leben retten.

Ein Verletzter wird aus dem Wasser geborgen und versorgt - bei der Übung werden die richtigen Handgriffe immer sicherer.

Ein Verletzter wird aus dem Wasser geborgen und versorgt - bei der Übung werden die richtigen Handgriffe immer sicherer.

Foto: ASB Nicaragua

Wenn die Wolken sich auftürmen und der Horizont sich in eine sturmverhangene Wand verwandelt, hatte Don José Antonio Diaz Garcia früher ein mulmiges Gefühl. Er dachte dann an Naturkatastrophen, die sein Dorf immer und immer wieder zerstört hatten. „Wenn es ganz besonders schlimm war, gab es nicht nur Sturmböen sondern auch meterhohe Überschwemmungen", erinnert sich der 53-Jährige. „Die Wassermassen flossen durch unser Dorf und rissen alles mit sich.

Während Hurrikan Mitch, der bislang schwersten Katastrophe in Nicaragua, gab es tausende Tote, zehntausende Menschen mussten ihre Dörfer verlassen. Doch Don José und die anderen haben ihre Gemeinde am Rio Grande wieder aufgebaut. Schließlich trägt sie einen sehr verheißungsvollen Namen: Esperanza – Hoffnung.

Heute sieht Don José der Hurrikan-Saison viel gelassener entgegen – dank der Hilfe des ASB. Gemeinsam mit drei nicaraguanischen Nichtregierungsorganisationen setzen die ASB-Helfer in 13 besonders betroffenen Gemeinden entlang des Rio Grande ein Katastrophensorge-Projekt um: In jedem der Dörfer werden Katastrophenschutzkomitees gegründet und ausgebildet.

Bessere Vorbereitung – größere Sicherheit

Die Kurse finden in den lokalen Sprachen Miskito und Kreol statt, so dass auch Bewohner ohne Spanischkenntnisse daran teilnehmen können. Sie lernen, wie sie ihre Häuser besser gegen Sturm und Fluten schützen und wie sie sich und andere im Fall einer Katastrophe evakuieren können. Außerdem hilft der ASB bei der Gründung von Jugendgruppen, die in Erste-Hilfe- und Rettungs-Kursen lernen, Verletzte zu bergen und zu versorgen. Auch die Ausrüstung für diese Sanitätsgruppen stellt der ASB.

Außerdem hat der ASB zusammen mit dem nicaraguanischen Katastrophenschutz eine Funkstation eingerichtet, über die die Dörfer  über heraufziehende Naturkatastrophen die aktuellen Alarmstufen informiert werden. Bei Übungen trainieren Katastrophenschutzkomitees, Sanitätseinheiten und Bewohner das richtige Verhalten im Notfall.

Sheyci Cuthbert ist Mitglied einer solchen Katastrophenschutzeinheit in der Gemeinde Haulover: „Dank des ASB verfügt unser Dorf nun nicht nur über ausgebildete Helfer, sondern auch über einen Katastrophenreaktionsplan, auf dem die gefährlichsten Orte und die am meisten gefährdeten Häuser verzeichnet sind. Außerdem haben wir gelernt, uns mit den Gemeindeverantwortlichen und den Nachbargemeinden zu koordinieren – so retten wir Leben."