ASB-Hilfsmissionen in Guatemala
Einsatztagebuch

ASB-Helfer in Nepal

Am Tag nach dem schweren Erdbeben in Nepal haben sich die ersten ASB-Helfer auf den Weg nach Nepal gemacht. Hier berichten sie von ihren Eindrücken.

Freitag, 29. Mai 2015

In Bungamati sind die Zerstörungen des Erdbebens besonders deutlich zu sehen. Dort haben wir uns heute das erste von etwa 300 Übergangshäusern angesehen. Dort haben wir Rabindra getroffen, dessen Haus vom Beben komplett zerstört wurde und der nun mit seiner Frau und seiner dreijährigen Tochter in das erste Übergangshaus ziehen wird.

Donnerstag, 28. Mai 2015

Heute wurde das Emergency Health Kit an die Gesundheitsstation in Langhuso uebergeben. Damit können 10.000 Menschen drei Monate basismedizinisch versorgt werden. Ausserdem haben wir wieder Hilfsmittel an die Menschen in der vom Erdbeben besonders betroffenen Region Sindhupalchok verteilt. In dem Dorf Marming, unweit der tibetischen Grenze, sind mehr als 98 Prozent aller Häuser zerstört oder unbewohnbar. Nachdem wir letzte Woche Dach- und Bodenplanen sowie Seile zur Befestigung der Notunterkünfte verteilten, waren es dieses Mal Decken und Matratzen.

Mittwoch, 20.05.2015

Gestern haben wir wie geplant 1.000 sogenannte "Shelter Sets" an die Familien in Marming verteilt. In jedem Set waren 2 Dachplanen, 1 Bodenplane und Seile zur Befestigung der Notunterkünfte.

Laut Aussage der Menschen aus Marming war bisher noch keine Hilfe bei Ihnen angekommen und sie waren sehr dankbar für die Unterstützung.

Die Verteilung wurde mihilfe der lokalen Partnerorganisation "Rural Women Creative Forum" durchgeführt, die wir ja schon vorgestellt haben. Die Frauen sind in der Region gut bekannt und helfen, auch wenn einige von ihnen beim Erdbeben selbst ihr Zuhause verloren haben.

Um die Hilfsgüter abzuholen, kamen die Menschen aus dem Dorf Marming hinunter auf die Straße. Das bedeutet einen zwei- bis dreistündigen Fußmarsch bis zum Dorf Chaku, ganz im Norden von Sindhopalchok an der Grenze zu Tibet. Bis dorthin konnten wir mit den LKWs fahren und alles abladen. 

Alles lief sehr organisiert und friedlich ab. Alex hat den Menschen mithilfe von Zeichnungen gezeigt, wie sie die Materialien richtig einsetzen und die Notunterkünfte möglichst stabil bauen können.

Da die Familien uns gesagt haben, dass sie keine weitere Hilfe erwarten, werden wir in den nächsten Wochen weitere Verteilungen in Marming organisieren und Matratzen und Decken verteilen, sodass die Menschen während des Monsuns nicht auf dem Boden schlafen müssen.

Übrigens haben die Samariterpartner von der Dänischen Volkshilfe und dem ASB Österreichs die Verteilung finanziell unterstützt. Es ist schön zu sehen, wie gut die Kooperation innerhalb von Samaritan International funktioniert.

 

Dienstag, 19.05.2015

Heute stellen wir euch ein weiteres Projekt unserer Nepal-Hilfe vor. Der Verein Siddartha - Hilfe für Nepal e.V. unterstützt in Dulikel nahe Kathmandu ein Kinderheim. Alex und Ivan haben sich gestern das Kinderhaus angeschaut und mit der Präsidentin der nepalesischen Partnerorganisation, die das Haus betreibt, ausgetauscht. Das Kinderheim braucht ein neues Grundstück und Hilfe beim Wiederaufbau. Dabei wird der ASB den Verein und die Kinder unterstützen.

 

Montag, 18.05.2015

Die Vorbereitungen für die Verteilung an 900 Familien in Marming gehen weiter. Verteilt wird morgen ab 9 Uhr (Ortszeit). Der Transport der Shelter-Materialien findet mit LKWs statt. Sie werden entweder bis nach Chaku oder nach Khudari transportiert, je nachdem, wie die Straßenverhältnisse es zulassen. Jedoch ist die Warnstufe für den Zustand der Straße nach Chaku gestern von rot auf orange gesetzt worden - ein gutes Zeichen!

Vom Verteilungsort werden die Materialien von den Bewohnern und Helfern der lokalen Frauenorganisation Gramin Mahila Srijansil Pariwar (GMSP) - Rural Women Creative Forum nach Marming getragen. Die Mitglieder der GMSP unterstützen uns nicht nur bei der Verteilung der Hilfsgüter. Sie stehen den Dorfbewohnern auch beim Bau der Notunterkünfte zur Seite und können den Familien zeigen, wie sich sich durch das Graben kleiner Drainagen und andere hilfreiche Maßnahmen vor den schlimmsten Folgen den Monsuns schützen können.

Übrigens zeigt sich hier, wie stark die Verbindungen innerhalb von Samaritan International in den vergangenen Jahren geworden sind: Die Kollegen des Arbeiter-Samariter-Bunds Österreich (ASBÖ) und von der Dänischen Volkshilfe unterstützen dieses Projekt.

Sonntag, 17.05.2015

Am Wochenende waren Alex und Ivan gemeinsam mit den Vertretern der Dänischen Volkshilfe und des ASB Österrreich (ASBÖ) in Bungamati, um mögliche Sites für die Errichtung von monsunfesten Notunterkünften aus Holz, so genannten T-Sheltern zu sichten.

Eine solche Unterkunft ist jeweils circa 14 bis 18 Quadratmeter groß und aus Holz sowie Wellblech gebaut. Die Häuser halten in dieser Form mindestens drei bis Jahre und können nach der Nothilfephase von den Bewohnern von Notunterkünften zu richtigen Häusern weiter- oder umgebaut werden.

Die Samariter-Kollegen aus Dänemark haben bereits in Haiti sehr gute Erfahrungen mit dieser Art von Notunterkunft gemacht. Wir beteiligen uns zunächst mit 300.000 Euro an diesem Projekt und planen bereits weitere gemeinsame Hilfen. 

Samstag, 16.05.2015

In der Nothilfeändern sich die Dinge manchmal täglich. Zum Glück ist es nun wieder möglich, mit dem LKW in die Nähe von Marming zu fahren, um den Dorfbewohnern die Planen und Seile für die Notunterkünfte zu bringen. Wir fahren die Hilfspakete am Dienstag so nah wie möglich an den Ort. Dann kommen die Familien uns entgegen und tragen die Hilfsgüter den restlichen Weg hinauf in ihr Dorf.

Heute nachmittag gegen 14 Uhr deutscher Zeit gab es ein erneutes Erdbeben der Stärke 5,7. Das Epizentrum lag in der Nähe des Bergdorfes Marming, in dem wir unsere Verteilung der Zeltplanen und so weiter planen. Alex und Ivan geht es gut, sie waren zum Zeitpunkt des Bebens im Hotel bzw. auf dem Vorplatz.

Freitag, 15.05.2015

Nach dem erneuten schweren Erdbeben vom Dienstag geht unsere Hilfe weiter. Zum Glück gab es dieses Mal nicht so viele Tote wie beim letzten Mal. Bisher haben die Behörden 80 Todesopfer und mehr als 1.900 Verletzte gezählt. Außerdem sind viele Häuser, die beim ersten Beben noch einigermaßen standgehalten haben, nun ganz in sich zusammengefallen. Insgesamt melden die Behörden, dass bei beiden beben zusammen 488.529 Gebäude zerstört und weitere 259.897 beschädigt wurden.

In Marming, dem Dorf in Sindhupalchok, zu dem wir am Dienstag während des Bebens auf dem Weg waren, sind die Menschen durch das zweite Erdbeben sehr verunsichert. Sie brauchen nun dringend Planen, mit denen sie Notunterkünfte bauen können.

Leider ist das Dorf nun so gut wie gar nicht mehr über den Landweg zu erreichen. Zahlreiche Erdrutsche und Geröll-Lawinen machen die Wege unpassierbar.  Wir werden daher am Wochenende für 900 Familien sogenannte "basisc kits" für Notunterkünfte mit einem Helikopter nach Marming fliegen lassen. Die Kits entlaten für jede Familie je zwei große Deckenplanen, eine besonders stabile Bodenplane, Seile und weiteres Material, mit dem sie eine provisorische Unterkunft bauen können, die sie vor dem Monsunregen schützt.

Nach dem Monsunregen werden wir den Familien dabei helfen, ihre Häuser erdbebensicher wieder aufzubauen. Dafür werden wir vor allem Zement und Werkzeug beschaffen. Denn die traditionelle Bauweise in den bergen Sindhupalchoks ist im Prinzip gut für erdbebengefährdete Regionen geeignet. Allerdings ist der Lehm, mit dem die Häuser bisher gebaut wurden, zu anfällig und nicht stabil genug.

Viele fragen uns noch immer, wie sie am besten helfen können. Die Antwort ist eindeutig: Mit einer Spende. Ein Sack Zement kostet etwa 8 Euro. Mit 30 Euro können wir genug kaufen, um das Haus einer Familie erdbebensicher wieder aufzubauen. Danke für eure Hilfe.

Ältere Beiträge aus dem Einsatztagebuch finden Sie hier.