ASB-Hilfsmissionen in Guatemala
Wiederaufbau in Haiti

Haiti: Trinkwasser und Cholera-Aufklärung retten Leben

Auf die großen Zerstörungen, die das Erdbeben im Januar 2010 in Haiti anrichtete, folgte einige Monate später auch noch eine Cholera-Epidemie. Besonders betroffen waren die Menschen in den Provinzen Artibonite und Central

ASB-Auslandshilfe

Die Cholera in Haiti ist wegen eines Mangels an Trinkwasser ausgebrochen. Der ASB hat in Marché Canard, Mirebalais und Nirvard die Trinkwasserversorgung wiederhergestellt.

Foto: ASB/F. Meyer

Wegen des Mangels an Frischwasser nutzt die dort lebende Bevölkerung häufig das verunreinigte Wasser der umliegenden Flüsse, um ihre Wäsche zu waschen, zu kochen oder sogar zum Trinken.

Damit die Cholera sich nicht zu einer weiteren Katastrophe für die Bevölkerung des Karibikstaates entwickelte, haben der Arbeiter-Samariter-Bund wie auch andere Hilfsorganisationen Anfang November 2010 mit Wasserversorgungs- und Hygienemaßnahmen begonnen.

Die ASB-Hilfe

Mit der finanziellen Unterstützung des Auswärtigen Amtes installierte der ASB gemeinsam mit der Partnerorganisation Arche Nova in den Gemeinden Mirebalais und Nirvard in der Provinz Central Filtersysteme, so dass die einheimische Bevölkerung nun über eine Quelle für sauberes Trinkwasser verfügt. Zudem nahm der ASB Reparaturarbeiten an mehreren Wasserverteilstellen in Marché Canard vor und half damit auch hier, den Zugang zu sauberem Trinkwasser zu gewährleisten.

Neben diesen eher technischen Maßnahmen organisierte der ASB Aufklärungstrainings zur Hygiene. Denn mit dem Wissen über die Auslöser der Cholera und hygienische Verhaltensweisen kann sich die Bevölkerung aktiv vor der weiteren Ausbreitung der Krankheit schützen. Ein Schwerpunkt der Arbeit des ASB und seiner lokalen Partnerorganisation lag dabei auf der Aufklärung von Schulkindern, da für sie die Auswirkungen einer Choleraerkrankunge besonders gravierend sein können. So wurden die Hygienemaßnahmen von speziell trainiertem, medizinischem Personal und Gemeinschaftsaufklärern bei Hausbesuchen, in Kircheneinrichtungen und vor Schulklassen erklärt. Auch wurden die Filtersysteme in beiden Fälle in unmittelbarer Nähe zu einer Schule platziert. Zudem wurden hilfreiche Infomaterialien in Absprache mit den lokalen Behörden an die Menschen in den betroffenen Gemeinden verteilt.

Das Projekt hat dazu beigetragen, 18.000 Menschen mit Trinkwasser zu versorgen und über Hygienemaßnahmen zum Schutz der eigenen Gesundheit aufzuklären.

Der ASB in Haiti

Der ASB ist in Haiti seit dem Erdbeben 2010 tätig. Die ASB-Auslandshilfe engagiert sich in den Bereichen Trinkwasserversorgung, Hygieneschulungen, Wiederaufbau von Häusern bzw. Aufbau von Übergangsunterkünften sowie Katastrophenprävention.

Wann immer es möglich ist, bündelt der ASB seine Anstrengungen mit seinen Partnerorganisationen von "Aktion Deutschland Hilft" (ADH) oder mit anderen Hilfsorganisationen, um einen nachhaltigen und effizienten Wiederaufbau zu gewährleisten.

Der ASB plant, seine Präsenz in Haiti zukünftig weiter auszubauen, und wird sich langfristig am Wiederaufbau des Landes beteiligen.

Projekttitel: Bereitstellung von sauberem Trinkwasser und Hygieneaufklärungsmaßnahmen für die von der Cholera bedrohten Menschen
Projektregion: Province Central, Haiti
Zielgruppe: durch Cholera bedrohte Menschen, mit besonderem Fokus auf Schulkinder
Projektvolumen: 85.881 Euro
Finanzierung: Auswärtiges Amt / Eigenmittel
Laufzeit: 04. November 2010 - 28. Februar 2011