ASB-Hilfsmissionen in Guatemala
Indonesien

Katastrophenvorsorge mit Fokus auf Frauen und Kinder mit Behinderung

Der ASB Indonesien fördert Frauen als Akteure in der Katastrophenvorsorge und bildet sie als Trainer aus. Zusätzlich liegt ein Schwerpunkt der Projektarbeit darauf, Kinder mit Behinderung in die Katastrophenvorsorge zu integrieren.

ASB-Auslandshilfe

ASB-Mitarbeiter Fikul trainiert mit dem taubstummen Irvan das Verhalten im Katastrophenfall.

Foto: ASB/M. Michels

Indonesien gehört zu den seismisch aktivsten Ländern der Erde. Der Inselstaat liegt im Indischen Ozean entlang des Pazifischen Feuerrings. Die indonesische Bevölkerung ist daher einem ständigen Risiko durch Erdbeben, Vulkanausbrüchen oder Tsunamis ausgesetzt.

Im Rahmen eines breit angelegten Katastrophenvorsorge-Programms schult der ASB insbesondere Frauen und Kinder mit Behinderungen für den Ernstfall. Frauen traten bislang nicht als Akteure in der Katastrophenvorsorge auf.

Auch Kinder mit Behinderung sind meist unzureichend in die Katastrophenprävention einbezogen. Nur fünf Prozent von ihnen besuchen eine Schule und erlernen das richtige Verhalten im Katastrophenfall im Unterricht. Alle anderen waren von diesem Wissen bislang ausgeschlossen. Sie haben somit ein besonders großes Risiko im Katastrophenfall.

ASB-Hilfe:

Das ASB-Projekt zielt darauf ab, Frauen als gleichberechtigte Akteure im Bereich der Katastrophenvorsorge auf kommunaler Ebene zu etablieren. Dafür werden Freiwillige aus Frauengruppen, sogenannte „Kader“, professionell in Maßnahmen der Katastrophenprävention geschult. Die Förderung der fachlichen und technischen Kapazitäten der Frauen verbessert auch ihren gesellschaftlichen Status. Sie werden durch den ASB vor allem für die besonderen Bedürfnisse von Kindern mit Behinderung geschult. In ihren Heimatdörfern bringen sie dann ihr Wissen als Trainer in die Familien ein.

Inklusive Katastrophenvorsorge

Mit dem Projekt werden außerdem Kinder mit Behinderungen, die nicht zur Schule gehen, erreicht. Im Vordergrund stehen dabei zwei Schlüsselfragen:

  • Haben die betroffenen Familien Zugang zu Katastrophenvorsorgeinformationen?
  • Können die betroffenen Familien mit den Informationen umgehen und diese anwenden?

Damit setzt sich der ASB Indonesien dafür ein, das Thema Behinderung in der Katastrophenvorsorge zu vereinfachen.

Der ASB versorgt 123 Kinder im Alter zwischen vier bis 18 Jahre sowie ihre Familien und Nachbarn mit Informationsmaterial. Zusätzlich führt der ASB Trainings mit den Kindern und Jugendlichen durch und gibt praktische Hinweise zur Sicherung der häuslichen Umgebung.

Auch die indonesische Regierung ist ein wichtiger Adressat des Projekts. Die lokalen Behörden werden in die Projektmaßnahmen einbezogen. So soll garantiert werden, dass das praktische Wissen um Katastrophenvorsorge auch auf Distriktebene nachhaltig umgesetzt wird.

Erreichte Projektziele:

  • 123 Kinder mit Behinderung wurden in Maßnahmen zur Katastrophenprävention geschult.
  • 77 Frauengruppen (Kader) wurden für das Thema Behinderung in der Katastrophenvorsorge sensibilisiert und zu Trainern ausgebildet.
  • in 15 Dörfer im Distrikt Ciamis wurde Informationsmaterial verteilt und die Bevölkerung für zukünftige Katastrophen vorbereitet.
  • 7 Regierungsbeamte wurden für das Thema Behinderung in der Katastrophenvorsorge sensibilisiert und zu Trainern ausgebildet.

Die Projektmaßnahmen wurden aus Mitteln der Australischen Behörde für Entwicklungszusammenarbeit (AUSAid) und aus ASB-Eigenmitteln finanziert.

Der ASB in Indonesien:

Der ASB ist seit 2006 in Indonesien mit drei internationalen und mehr als 50 lokalen Mitarbeitern tätig. Ein Schwerpunkt der ASB-Projektarbeit in Indonesien ist, neben der Nothilfe, die Katastrophenvorsorge. Der ASB hat zum Ziel, dass Kinder mit Behinderungen stärker in die staatlichen Katastrophenpräventionsprogramme einbezogen werden. In den vergangenen Jahren trainierte der ASB bereits 743.472 Grundschüler sowie 8.967 Lehrer in 5.069 Grundschulen, 130 Inklusionsschulen und 91 Förderschulen der Provinzen Zentraljava, Westjava und Nordsumatra und den Mentawai-Inseln (Westsumatra).