ASB-Hilfsmissionen in Guatemala
Indonesien

Katastrophenprävention auf den Mentawai-Inseln

Indonesien war und ist immer wieder von Naturkatastrophen betroffen. Zahlreiche, schwere Erdbeben, heftige Überschwemmungen und vor allem Tsunamis (wie im Dezember 2004 und in West?Java im Jahr 2007) fordern immer wieder viele Menschenleben.

ASB-Auslandshilfe

Bei Evakuierungsübungen lernen die Schüler, wie sie sich bei einem Erdbeben richtig verhalten

Foto: ASB/M. Michels

Tausende Menschen werden bei diesen Naturkatastrophen verletzt. Auch der Ausbruch des Vulkan Merapi auf Zentral?Java im Oktober 2010 hat deutlich gemacht, wie stark die Menschen in Indonesien der Natur ausgeliefert sind.

Um die Zahl der Opfer möglichst klein zu halten, um die Menschen in den besonders betroffenen Regionen des Landes besser auf mögliche Naturkatastrophen vorzubereiten und um Schäden zu minimieren, führt der ASB in Indonesien ein großangelegtes Katastrophenpräventionsprogramm durch. Zu diesem Programm gehört auch das neue Projekt auf den Mentawai-Inseln.

Mentawai-Inseln:

Die Mentawai-Inseln sind eine indonesische Inselgruppe südwestlich von Sumatra. Die Inseln gehören zur Provinz West-Sumatra und sind eine der Regionen Indonesiens, die am häufigsten von Erdbeben erschüttert und von Tsunamis getroffen wird. Die Inseln der Inselgruppe sind flach und teilweise von tropischen Regenwäldern bedeckt. Nach dem Erdbeben und dem Tsunami im Dezember 2004 hat sich die seismische Aktivität unter den Mentawai-Inseln weiter verstärkt.

ASB-Hilfe:

An 127 Schulen auf den Mentawai-Inseln wurden Katastrophenvorsorge-, Erste Hilfe-, und Such-und-Retten-Übungen für Lehrer und Schulkomitees durchgeführt. Neben dem theoretischen Unterricht standen praktische Übungen für den Ernstfall sowie die Vermittlung von Wissen über das Organisieren und Durchführen von Katastrophenschutzübungen an den Schulen im Mittelpunkt. Damit die Lehrer und Verantwortlichen das Wissen kindgerecht an ihre Schüler weitergeben können, hat der ASB entsprechendeUnterrichtsmaterialien erstellt und diese an die Schulen verteilt.

In 72 der Schulen wurden bereits Evakuierungsübungen mit Lehrern und Schülern durchgeführt. Die Leitung übernahmen die vom ASB ausgebildeten Schulleiter, Lehrer und Schulkomitees. Insgesamt haben 232 Lehrer und 164 Vertreter von Schulkomitees an der Ausbildung teilgenommen und dabei auch die Qualifikation erhalten, weitere Lehrer in Katastrophenschutz fortzubilden. Zudem bot die Schulung den Lehrern eine Möglichkeit, sich miteinander zu vernetzen und den Erfahrungsaustausch zu verbessern.

Damit die Maßnahmen dauerhaft Wirkung zeigen und neben den Schülern auch deren Familien und die Dörfer, in denen die Schulen stehen, mehr über das richtige Verhalten bei Naturkatastrophen lernen, haben die Schulen Selbstvereinbarungen unterschrieben, in denen sie sich dazu verpflichten, regelmäßig Evakuierungsübungen durchzuführen und ihr Personal in den entsprechenden Maßnahmen zu schulen. Zahlreiche Schulen organisieren zudem Informationsveranstaltungen für interessierte Bürger und vernetzen sich mit den Katastrophenschutzverantwortlichen ihrer Gemeinde oder Region.

Damit die Schüler im Erbnstfall nicht nur sicher aus den Gebäuden fliehen können sondern auch problemloser zu den tsunamisicheren Sammelplätzen finden, wird der ASB Material an die Schulen verteilen, mit dem diese die Fluchtwege deutlich sichtbar ausschildern können.

Der ASB in Indonesien:

Der ASB ist seit 2006 in Indonesien mit drei internationalen und mehr als 50 lokalen Mitarbeitern tätig. Ein Schwerpunkt der Arbeit ist es, Lehrern und Schülern das richtige Verhalten bei Erdbeben und anderen Naturkatastrophen (Wirbelstürme, Erdrutsche, Überschwemmungen) zu vermitteln. In den vergangenen Jahren trainierte der ASB rund 500.000 Grundschüler sowie 5.000 Lehrer in 2.500 Grundschulen der Provinzen Zentral-Java, West-Java und Nord-Sumatra. Auch nach dem Ausbruch des Vulkans Merapi 2009 war der ASB für die Überlebenden im Einsatz.

Projekttitel: Stärkung der Katastrophenvorsorge-Kapazitäten in 127 Schulen derMentawai-Inseln / Indonesien
Projektregion: Mentawai-Inseln, Westsumatra, Indonesien
Zielgruppe: Grundschulkindern der Mentawai-Inseln sollen praktische Kastastrophenpräventionsinformationen und Verfahrensweisen vermittelt werden, um bei zukünftigen Katastrophen Todesfälle und Verletzungen zu minimieren.
Projektvolumen: 258.048,65 Euro
Finanzierung: Auswärtiges Amt, Eigenmittel
Projektdauer: 1.September 2011 bis 31. Oktober 2012