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Indonesien

Bildungschancen für Kinder mit Behinderung

Mehr Kindern mit Behinderung den Zugang zu Bildung zu ermöglichen, ist das Ziel des ASB in Indonesien. Im Rahmen des Projekte "Bildung für Kinder mit Behinderungen" wurden Leitlinien für einen inklusiven Lehrplan entwickelt. Es wurde von der UN als "best-practice"-Beispiel ausgezeichnet.

ASB-Auslandshilfe

132 Schulen nehmen an dem Projekt teil. An ihnen werden Kinder mit und ohne Behinderung unterrichtet.

Foto: ASB Indonesien

Nur knapp fünf Prozent aller Kinder mit Behinderung in Indonesien besuchen die Schule. Die Gründe dafür sind vielfältig: Häufig mangelt es an einer speziellen Lehrerausbildung oder es fehlt an ausreichender Information für die Familien der Kinder. Derzeit gibt es mindestens 130 Schulen in der Provinz Yogyakarta, vom Kindergarten bis zu weiterführenden Schulen, die Kinder mit Behinderungen aufnehmen. Das Bildungsministerium der Provinz Yogyakarta unterstützt registrierte Schulen mit inklusivem Bildungsansatz, indem Kinder mit Behinderungen Stipendien bekommen, Schulgeld subventioniert wird und Lehrer spezielle Fortbildungen für Sonderpädagogik erhalten.

ASB-Hilfe:

Gemeinsam mit dem Bildungsministerium der Provinz Yogyakarta hat der ASB ein Projekt ins Leben gerufen, um ein Rahmenwerk für die Ausbildung von Kindern mit Behinderung zu etablieren. Das Projekt wird durch die EU finanziell gefördert. Ziel des Projektes ist die Formulierung von Richtlinien für einen behindertengerechten, inklusiven Schulunterricht.

Neben der Definition der baulichen Erfordernissen für inklusive Schulen hat die Erarbeitung einesLeitfadens für Lehrer, die Verwaltung und Schulleitung besondere Bedeutung. Sie sollen für dieBedürfnisse von Schülern mit Behinderung sensibilisiert werden und inklusive Bildung praktisch ermöglichen. Dafür wurden Befragungen von Schulleitern, Lehrern und Schulkomitees an 57 Schulen durchgeführt.

Die Richtlinien wurden im Mai 2011 fertig gestellt und werden seitdem in allen Distrikten der Provinz Yogyakarta angewandt. Insgesamt 132 Schulen nehmen in Yogyakarta an dem Programm teil. Um möglichst vielen Familien die Teilnahme am Programm zu ermöglichen, haben einzelne Einrichtungen das Schulgeld an das Einkommen der Eltern angepasst.

Die Richtlinien sollen die nötige praktische Unterstützung bieten, um die Situation von Schülern mit Behinderungen, aber auch der Lehrer, im Schulalltag zu verbessern. Oft helfen dafür schon einfache Maßnahmen: So wird z.B. die Sitzordnung in den Klassenräumen an gepasst. Schüler mit Hörproblemen können dem Unterricht leichter folgen und werden zusätzlich durch spezielle Unterrichtsmaterialien gefördert.

„Es ist wichtig das Selbstbewusstsein der Schüler zu erhalten, indem sie ihren Fähigkeiten angemessene Noten bekommen“, erklärt ein Grundschullehrer in Tegalrejo Baru.

Individuelle Bildungs- und Stundenpläne gehen auf die Förderbedürfnisse des einzelnen Schülers ein. Dafür gestalten Lehrer einfache und günstige Lernmaterialien an. Um einem Schüler mit Down-Syndrom etwa das Lesen-Lernen zu erleichtern, fertigte eine Lehrerin in Bantul Wortkarten aus Karton mit dem Namen der Klassenkameraden an.

„Da Yani sich gut mit seinen Klassenkameraden versteht und eine emotionale Bindung zu ihnen hat, könnten die Karten ihm helfen Buchstaben besser zu erkennen“, erklärt die Lehrerin.

Der ASB arbeitet seit 2006 in Indonesien. Ein Schwerpunkt der Projektarbeit ist es, mehr Kindern mit Behinderung den Zugang zu Bildung zu ermöglichen. Außerdem führt der ASB in Schulen Katastrophenpräventionstrainings für Lehrer und Schüler durch, unter besonderer Berücksichtigung von Schülern mit Behinderung. Weitere Projektbereiche des ASB Indonesien sind Nothilfe und Wiederaufbau.

Projekttitel: Bildung für Kinder mit Behinderungen: Schaffung von Leitlinien für inklusive Bildung (Education for children with disabilities: A local authority framework for inclusion)
Projektregion: Indonesien, Provinz Yogyakarta (Distrikte Bantul, Gunung Kidul, Sleman, Kulon Progo und Yogyakarta City)
Zielgruppe: 123 anerkannte und 9 unregistrierte inklusiven Schule – 2024 Kinder mit Behinderungen
Projektvolumen: 193.585,47 €
Finanzierung: Eigenmittel, Europäische Kommission
Laufzeit: 01.01.2010 – 31.08.2011